Lang lang ist´s her…
Nach mehr als einem Jahr hab ich mal wieder reingeschaut, aufs Blog,.. in die Statistik,.. in die Suchbegriffe…
Ein Hauch Nostalgie überkam mich, und ein schmunzeln,.. denn Suchbegriffe sind doch immer wieder sehr amüsant…
Aber ich bekam auch Lust hier vielleicht wieder regelmäßig zu schreiben…

Seniorrita hat viel erlebt in der Arbeitswelt,… in dem letzen Jahr. Für anderes außer Arbeit, hatte sie entweder keine Zeit, oder keinen Nerv. Sie war am Ende so frustriert dass sie ernsthaft überlegte, dem ganzen Pflegesystem den Rücken zu kehren.
Sie merkte das sie allein nichts ändern konnte, und ihre Kollegen zu resigniert oder abgestumpft waren, um etwas ändern zu wollen..
„Dann doch lieber in irgendnem Laden an der Kasse sitzen und den Leuten was verkaufen“, dachte sie sich,…
Ach nein, das scheitert ja daran dass ihr Rücken stundenlanges Sitzen nicht vertragen würde…

Und ehrlich gesagt.. eigentlich liebt sie ja Ihren Beruf!
Nur die Umstände unter denen sie arbeiten muss, und das gewinnorientierte Pflegesystem in dem sie arbeiten muss…
Das hasst sie!
Und das veträgt sich auch nicht mit einer patientenorientierten, guten Pflege!
Seniorrita hat schon mehrfach auf eigenen Wunsch ihren Arbeitsplatz geändert,…
Immer in der Hoffnung dort würde es besser, Selbst in den Häusern wo von Seiten der Leitung ein Bemühen zu sehen war, wurde man durch das System in dem die Pflege steckt wieder auf den Boden der Tatsachen geschmettert.
Seniorrita arbeitet also noch immer im Pflegebereich. Irgendwie will sie diesen Job noch nicht aufgeben…

Vielleicht wird dieses Blog nicht mehr das gleiche,..
falls ich es schaffe hier wieder mal öfter was zu bloggen…
Möglicherweise wird das Blog hier etwas kritischer, oder auch ernster…
Ein reiner Berichteblog über die Misstände in der Pflege,…
Das soll es aber definitiv nicht werden!
Wenn es jedoch gelingen würde, dass man beim lesen merkt, dieses System bedarf einer Änderung, die nur dann geschehen kann, wenn sich ganz normalen Bürger zusammentun.. (im kleinen oder im großen…)
Und wenn hier auch nur ein wenig zum Nachdenken angeregt wird, bewirkt dass vielleicht schon viel mehr als man denkt.

Seniorrita is back,…
…vielleicht für länger..

Es war Seniorritas erster Winter in dem sie mit ihrem mittlerweile lieb gewonnenen Dienstwägelchen jeden Tag mehr ihr fahrerisches Können unter Beweis stellen durfte..
Mittlerweile könnte sie Seiten füllen mit Dingen wo man einfach nur den Kopf schütteln kann..
Früher fuhr Seniorrita gelegentlich mal mit dem Auto von Bekannten oder Freunden,.. Auch mit dem Fahrrad fuhr sie viel,..
Deshalb hat sie auch die Aufregung über die ach so bösen Fahrradfahrer nie wirklich verstanden.. schimpfte eher über die ach so netten Autofahrer.. 😉
Doch jetzt..
Jetzt ist alles anders…!
Jetzt sieht Seniorrita täglich Fahrradfahrer mit rot-grün Schwäche, schon bemitleidenswert diese Krankheit,..
oder Rentner die trotz geräumter Fußwege mitten auf der Straße laufen..

..Also auf meinem Auto steht ja Pflegedienst und ich bin auch immer gern bei der Arbeit,..
Ich nehm sie natürlich gern ein Stück mit,..bezweifle allerdings dass der Platz auf der Motorhaube sehr bequem ist. ..Aber keine Angst! Das Aufsitzen wird auch ganz sanft,..denn grade jetzt im Winter gibt es kein abruptes Bremsen mehr.. besonders in den Kurven gleitet es ganz sanft dahin…

Aber wie war das gleich noch..
Ich wollte ein Winterresümee schreiben.

Mittlerweile fahre ich gerne, viel und manchmal leider auch etwas zu schnell (das haben zumindest die 2 roten Lichter gesagt die ich letztens gesehen hab..oops 😉 )

Aber eines mag ich nicht: .. und das sind komplett zugeschneite Seitenstraßen,.. oder Blitzeis..
..das vermasselt mir meine ganze Tour..
Denn danach darf ich mir dann Sprüche anhören wie… „Sie kommen heute aber späääät…..!“
Oh wirklich?…Ich weiß jetzt gar nicht woran das gelegen haben könnte,… aber vielleicht hilft ja ein Blick aus dem Fenster bei der Erklärung,….
Aber nur vielleicht…

Und liebe Senioren mit künstlichem Hüftgelenk, wackeligen Beinen oder Krücken…
Wenn ihr sowieso vorhabt bei DIESEM Wetter einkaufen zu gehen,(anstatt es ausnahmsweise mal von uns besorgen zu lassen) dann fragt mich bitte nicht ob ich es empfehlen würde..
NEIN! Das tue ich nicht!

Seniorrita weiß jetzt wie man Kühlflüssigkeit, und Wischwasser nachfüllt, hat 1x Starthilfe gegeben oder besser, sich erklären lassen
..und insgesamt 3 Autos ausm Schnee geschoben!..ganz allein!!

war ja sonst keiner da..
…und Autos, die die Nebenstraßen blockieren (durch die sie fahren will) mag Seniorrita nicht..
Außer sie steckt selbst fest,..dann ist das natürlich was anderes 😉
Und das durfte sie diesen Winter immerhin fast täglich erleben..
( Nein, ich bin nicht zu blöd zum Autofahren nur wiel ich eine Frau bin!.. Man sollte bei solch einem Wetter nur aufs Parken, Wenden, und Ausweichen anderer Fahrzeuge verzichten…! )
In solchen Situationen sind nette Mitmenschen die sofort merken was Sache ist Gold Wert,..!
..nämlich Seniorrita aus dem Schnee zu schieben!
(besonders wenn sie dem netten Helferlein eigentlich nur ausweichen wollte)
Danke an alle die sich nicht die Nasen an ihren Fenstern breit quetschten um aus der ersten Reihe zuzuschauen wie Seniorrita es dann endlich nach 10 Minuten feinster Lenkarbeit doch noch schaffte wieder halt unter die Räder zu bekommen. Auch für alle nicht ausgesprochenen guten Ratschläge wie „nicht so viel Gas“, will ich mich hiermit bedanken!
Am meisten freu ich mich aber wenn ihr nach 10 Minuten Kino gucken schreit… „Und jetzt noch telefonieren beim fahren!…Ich ruf gleich die Polizei!“

..falls Du es noch nicht gemerkt hast, ich fahre nicht, ich stecke im Schnee!..

Die letzten Wochen waren voll…
Voll gepackt mit Erlebnissen die mir so noch nie begegnet sind, voller neuer Erfahrungen und wenig freier Zeit um dies alles zu verarbeiten..
Vieles davon würde sich für diesen Blog hier eignen, aber zwischen all den Doppel-Diensten bin ich derzeit froh wenn ich es zum Supermarkt, zum Kühlschrank, oder für 8 Stunden ins Bett schaffe.. 😉

..Naja, und ehrlich gesagt sind 3-10 Besucher täglich auch nicht immer ganz so ermunternd, also war der Blog erstmal zweitrangig,..
Aber bitte nicht falsch verstehen.. Freu mich über jeden der 3 – 10 …Ehrlich! 🙂

Langsam erschließt sich mir auch warum es so wenig bloggende Altenpfleger aus der ambulanten Pflege gibt,..wie auch, wenn man fast nur am arbeiten ist,.. 😉

Seniorrita wird sich also bemühen hier wieder regelmäßiger zu schreiben..
…Falls ihr es lesen wollt… 😉

..und…
DANKE an alle die hier trotzdem noch regelmäßig vorbeischaun…!

In der ambulanten Pflege hat man Tourenpläne.
Darauf steht dann die genaue Uhrzeit bei der man beim Patienten sein sollte und da man meist eine Tollerranzzeit von 10-15 Minuten hat ist dies auch meist zu schaffen.
Kommt allerdings ein Notfall dazwischen, kann man seine komplette Tour im Grunde knicken und versucht organisatorisch dann nur noch zu retten was da noch zu retten ist.
Also mal eben nebenbei noch Telefonistin spielen und herumtelefonieren,.. Entweder mit dem Patienten um sich zu entschuldigen dass es später wird, oder mit den Kollegen die einem freundlicherweise evtl. den ein oder anderen Patienten abnehmen.
So einen Notfall nennt man dann auch schon mal einen Querschläger…
..und davon gibt es immer mal welche..

Ein paar Frühdienste hat Seniorrita nun schon hinter sich.
Statt zu Fuß von Etage zu Etage, hetzt rast sie nun Wohnung zu Wohnung, immer auf der Hut vor bösen Blitzgeräten, und mit der Zeit im Nacken,..
Da sie das nette Dienstwägelchen nicht gleich zu Schrott fahren will hält sie sich auch an die Vorschriften, was das ganze Zeitproblem aber wiederum nicht wirklich besser macht,..
alles ist penibel geplant,.. also wenn Frau Müller-Maier-Schulze heute halt keinen so guten Tag hat und sie fürs laufen ins Bad statt der geplanten 30 sek. diesmal 5 min. braucht, verschiebt sich mein Feierabend wieder weiter nach hinten,..
dann bin ich beim nächsten Patienten schon mal 10 min. zu spät,.. (die anderen 5 Minuten gehen derzeit noch für zeitweise unkoordiniertes arbeiten drauf)

Jetzt rechne man das ganze auf 15-20 Patienten auf und man bekommt leicht Panik,..
spätestens nach dem 5. Patienten..
Okay… ganz so schlimm ist es dann doch nicht, zwei, drei mal hab ich angerufen das ich mich etwas verspäte,.. aber den Kopf hat mir bisher noch keiner abgerissen..

Aber mal ehrlich macht ihr mal eure Arbeit nach einem strengen Zeitplan,.. 8,00 dort, 8,08 da 8,24 hier…
Und dann immer,..aus m Auto,.. in Wohnung flitzen,.. zurück,.. ins Auto,.. weiter geht s..
Irgendwie extrem gewöhnungsbedürftig!
Ich arbeite doch mit Menschen nicht mit Maschinen…

Ob ich für diese Art Pflege wirklich der Typ bin?
…Derzeit stell ich mir grad diese Frage…

Kennt ihr diese Tage, an denen man bereits als man zur Tür heraustritt schon nasse Socken hat? (von den Schuhen will ich hier gar nicht reden)
Genau, diese Tage an denen ihr auch keine Möglichkeit habt die gegen ein paar trockene zu wechseln,..
An diesen Tage habt ihr den ganzen Tag das Glück, eine kostenlose Dusche zu nehmen,..
nur leider fehlt euch das Shampoo, die Zeit, und noch ein paar andere unwesentliche Dinge um das ganze wirklich genießen zu können..
Falls ihr also heute jemanden bei strömendem Regen mit einem riesigen Schlüsselbund durch euer Wohngebiet habt rennen sehn..
..dann ratet mal wer das war!!!
(es lag auch nicht etwa NUR am Regen das ich rannte,…)
Ihr fandet es sehr lustig wie die da mit einer Hand versuchte den Regenschirm zu halten,..ihre Tasche im Laufschritt nicht zu verlieren und sich mit der anderen Hand so komisch die Hose festhielt?
..Glaubt mir,.. hätte ich es nicht getan wäre es noch lustiger geworden..

Irgendwie scheint man in der ambulanten Pflege abzunehmen..
Hah.. doch was positives an diesem Job gefunden,…
Keine Ahnung ob ich mich an diese Art von herumgehetze Arbeit gewöhnen werde…

Einarbeitung ist was tolles!
Da fühlt man sich so richtig schön in seine Ausbildungszeit zurückversetzt,..
Von nix einen Plan steht man meist rum und versucht sich irgendwie nützlich zu machen..
Ganze 3 Tage durfte ich mit- bzw. selbst fahren,..
Ehrlich gesagt überraschte es mich, denn bei den meisten Pflegediensten darf man nach dem 1. Tag komplett allein loslegen,..und verfährt sich dann auch gnadenlos..
Mit der Pflege und den Patienten wird es wohl weniger Probleme geben,…
aber das fahren,…
(Seniorrita verrät hier nicht dass sie das, ihr völlig unbekannte Wagenmodell gefühlte 300 mal absaufen ließ und Kollegin neben ihr schon ein leises Oh Gott wimmerte..)
Das beunruhigt Seniorrita doch schon ein wenig,.. denn wie sie nun erfuhr, fährt sie doch ziemlich viel durch die Stadt…
Soviel zum Thema „nur Randgebiete“..

Ob sie dass mit den Schlüsseln je auf die Reihe bekommen wird fragt sie sich heute auch den ganzen Tag,..
Wie war das jetzt noch mit der Hausnummer bei Frau Groß?.. und was für ne Schlüsselnummer hatte sie…
..Ich glaub ich werde morgen viel Spaß haben…

Frühdienst..
Morgens 6 Uhr sollte es los gehen.
Ich fuhr mit Kollegin mit bei der ich schon einmal probeweise reingeschaut hatte,..
Ein paar Patienten der Tour kannten mich auch noch..
Fazit des Tages:
– viele neue Eindrücke..
– Patienten soweit alle lieb..
– zeitmäßig scheint man auch alles recht gut zu schaffen
– Stimmung im Büro etwas angespannt…

..mir kommen leichte Zweifel,.. Aber es ist ja erst der 1. Tag…

..auf meiner „alten“ Arbeitsstelle war komplett anders als ich ihn mir vorstellte.
Und da sieht man wieder einmal,..
Am Ende weiß man wer wirklich hinter einem gestanden hat..! und wer nur nett war weil er etwas von einem wollte
Nun ist sie noch einmal mehr darin bestärkt worden, das dies die Richtige Entscheidung war, auch wenn ihr der ein oder andere Bewohner schon etwas fehlen wird..
Immerhin war sie nun über 3 Jahre dort,..
Aber nun denkt Seniorrita mal an sich, und an ihr berufliches Weiterkommen,..
Eine neue Stelle, mit hoffentlich klaren Richtlinien, wo nicht jeder das tun und lassen kann was er eben grad so denkt..
..das sollte bei der neuen Stelle aber eigentlich kein Problem sein..

Der Abschied von dem ein oder anderen fiel Seniorrita zugegeben etwas schwerer,..
Umso tröstender ist es dann, wenn man merkt dass dies nicht nur einseitig ist, sondern man von manch Bewohner oder auch Angehörigen zum Schluss gesagt bekommt, dass man in Ihren Augen gute Arbeit geleistet hat und sie ehrlich traurig sind dass man geht..
Schade dass so etwas all die Jahre kein Kollege, geschweige denn der Chef mal über die Lippen bekommt…
Aber dieses Kapitel ist dann jetzt auch abgeschlossen…. !

Ich bin bei einer Bewohnerin und bereite gerade alles für die morgendliche Grundpflege vor,..
Sie schaut mich schon die ganze Zeit mit einem breiten Grinsen an, das macht sie öfter, aber diesmal war es mehr als sonst,…
Ich frage,…
„Was grinst Du denn die ganze Zeit so?“

„Ach, ich freu mich dass Du heute da bist!“

„Uiii! Na das hört man gern!
Ich freu mich auch dass ich hier bei Dir bin 😉 “

..nach einem tiefen Atemzug meint sie grinsend
„Hach, wir sind so zwei richtig alte Truten!“

*Räusper*.. also Truten vielleicht,.. aber alt ? ..ich ?…
pöh!

…und schon wieder die Erkenntnis,..
dass ich ein paar meiner Bewohner und deren Sprüche ziemlich vermissen werde…